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Nehmt euch bitte die Zeit und lest den nachfolgenden Artikel sorgfältig durch. Man kann sicher einige Tipps für eine unfall- und polizeifreie Saison gebrauchen.

Dies gilt sowohl für Gäste, welcheunsere Gepflogenheiten noch nicht kennen, als auch für Neumitglieder im Chapter und auch für die "alten Recken".
Konvoifahren erfordert Konzentration und Disziplin, und es ermüdet. Dazu wiegt man sich oft in falscher Sicherheit und wird fast ein wenig hypnotisiert vom Rücklicht des Vorausfahrenden.

Auch bei grossen Gruppen werden Kreuzungen nicht gesichert oder abgesperrt! Wir sollten uns alle darüber im Klaren sein, dass wir durch unser Auftreten in der Gruppe nicht immer nur Staunen und Begeisterung auslösen. Teilweise fühlen sind andere Verkehrsteilnehmer durch uns gestört oder sind einfach nur mit der Situation überfordert.

Also: Augen auf! Das Fahren in der Gruppe, vor allem über längere Distanzen erfordert ständige Konzentration und Aufmerksamkeit ALLER Mitfahrer.
Haltet euch unbedingt an die geltenden Verkehrsregeln der StVO und der StVZO.

Bei allem Gruppengefühl gilt als oberstes Gebot: Jeder ist für sich selbst verantwortlich.

Das Westfalen-Mitte-Chapter bzw. die Roadcaptains übernehmen keinerlei Verantwortung für Blessuren, Unfallschäden, Strafmandate o.ä.

Außerdem gilt: Sicherheit geht vor! Lasst Euch bitte durch nichts und niemanden zu waghalsigen Aktionen verführen oder drängen.
Fahrt vor allem mit der Geschwindigkeit, die Ihr gefahrlos beherrschen könnt.
Da es (natürlich nur bei anderen Chaptern) immer wieder zu kleineren Unstimmigkeiten bis hin zu haarsträubenden Manövern kommt,
gelten bei den Ausfahrten des Westfalen-Mitte- Chapter‘s folgende Regeln:


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Durch das versetzte Fahren entsteht ein optimaler Sicherheitsabstand zwischen den einzelnen Konvoiteilnehmern.
Gruppen-Führer / Road Captain fährt links an der Fahrbahnmitte führt immer ein Verbandspäckchen und eine reflektierende gelbe oder orangefarbene Warnweste mit sich.
Bestimmt die Route, die Stops und die Geschwindigkeit Gruppen Teilnehmer fährt versetzt mit einem Abstand von ca. 5 bis 6 m nach vorne und hinten.

In Kurven behält jeder seine Linie, ohne über die Mittellinie zu fahren oder zu lehnen. Wird die Spur zu schmal, wird hintereinander gefahren.
(Abstand vergrössern) Fahrer mit weniger Fahrpraxis fahren am Anfang der Gruppe, da dort die Geschwindigkeit am langsamsten ist.

Die einmal eingenommene Position im Konvoi wird beibehalten.
Fahrt nicht schneller, als ihr es wirklich könnt, auch wenn der Hintermann scheinbar im Rückspiegel drängelt.
Jeder Fahrer muss jederzeit in der Lage sein, plötzlich nach links oder rechts aufgrund von Hindernissen auszuweichen, ohne dass der hinter ihm fahrende Kolonnenfahrer in seinen Ausweichbereich kommt.

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In der Gruppe wird nicht überholt!
(Ausnahmen: Kamerafahrer, Übermittler) Beim Überholen anderer Verkehrsteilnehmer blinkt der Road Captainals erstes, das Signal wird nach hinten durchgegeben und der Schlußfahrer schert als erster aus!
Dann setzen alle Kolonnenfahrer von hinten beginnend mit dem Überholen an. Der Führende setzt grundsätzlich als letzter zum Überholen an.
Hierbei wird sich grundsätzlich innerhalb der Gruppe nicht gegenseitig überholt.

Nach dem Einscheren die Geschwindigkeit (nach Möglichkeit) nicht verringern, um den Rest der Gruppe auch das Überholen zu ermöglichen. Beim Befahren von Ampeln wird versucht, das Tempo so zu dosieren,
dass die Gruppei "grün" haben wird. Dies wird aber nicht immer möglich sein. Bei "rot" wird angehalten, auch mitten in der Gruppe!

Der vordere Teil wird in vermindertem Tempo weiterfahren und an einem geeigneten Platz anhalten oder der letzte Fahrer der vorderen Gruppe (Markierer) wartet gut sichtbar beim Verlassen der Vorfahrtsstraße oder Abbiegen bis der Rest wieder aufgeschlossen hat. Geschwindigkeit immer nach dem Hintermann ausrichten (im Rückspiegel kontrollieren)

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Jeder ist für seinen Hintermann verantwortlich!
Reißt die Gruppe auseinander und geht der Sichtkontakt nach hinten verloren, bleibt der letzte Fahrer (Markierer) der vorderen Gruppe beim Verlassen der Vorfahrtsstraße oder Abbiegen gut sichtbar stehen und wartet auf den Rest der Gruppe. Die vordere Gruppe wartet an geeigneter Stelle auf den Rest.
Bei Pannen / Unwohlsein oder dergleichen, schert nur der Betroffene aus.
Einer der Schlussfahrer wird sich um die Sache kümmern und entscheiden, wie es weiter geht. Gehen ein oder mehrere Mitfahrer verloren, übernimmt das "Einsammeln" ausschließlich der Roadcaptain oder ein "Lumpensammler", welcher vorher bestimmt wurde. Wer die Gruppe während der Fahrt verlässt, meldet sich vorher beim Roadcaptain oder “Lumpensammler“ ab, damit niemand vergeblich gesucht werden muss.

Schluss-Fahrer Safety Officer (Lumpensammler) Sie/Er trägt eine leuchtende Warnweste und ist verantwortlich, dass keiner zurück bleibt und hilft, die Gruppe zusammenzuhalten.

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Lücken schliessen
Es kann immer wieder vorkommen, dass vor einem eine Lücke entsteht, weil jemand aus der Gruppe ausgeschert ist. Es ist eine weitverbreitete gefährliche Unart, diese Lücke durch Seitwärtsverschieben wieder zu schliessen.
Schon mehr als einmal haben sich Teilnehmer so gegenseitig abgeschossen.
Die korrekte Art, solche Lücken zu schliessen, besteht im lateralen Verschieben, das heisst von hinten nach vorne auf derselben Spur bleibend.

Entsteht in der Gruppe eine Lücke dann wird diese nicht seitwärts sondern von hinten nach vorne aufgefüllt. Das heisst das jeweils hintere Fahrzeug fährt nach vorne in die entstandene Lücke.

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Anhalten
Beim Anhalten vor Kreuzungen, Rotlichtampeln und anderen Hindernissen wird auf Zweierreihen aufgeschlossen und der Abstand zum Vorderfahrzeug so kurz wie möglich gehalten um ein schnelles Überqueren der Kreuzung zu ermöglichen.


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Beim Anhalten vor Kreuzungen,

Rotlichtampeln und anderen Hindernissen wird auf Zweierkolonnen aufgeschlossen und der Abstand zum Vorderfahrzeug so kurz wie möglich gehalten um ein schnelles Überqueren der Kreuzung zu ermöglichen.


Beim Losfahren wieder die vorherigen Positionen einnehmen. Halten ohne den fließenden Verkehr zu behindern sollte es zu einem nicht geplanten Anhalten der Gruppe kommen,
hält die Gruppe nicht in mehreren Reihen nebeneinander an, sondern immer in einer Reihe am äußersten Straßenrand.


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Der Abstand

zum versetzt vorausfahrenden Motorrad sollte
ca. 1 Sekunde (5 Meter) betragen. Idealposition ist, wenn man das Gesicht desversetzt vorausfahrenden in dessem Spiegel sehen kann.

Entsprechend ist der Abstand zum direkt vorausfahrenden Motorrad ca. 2 Sekunden (10 Meter). Dieses versetzte Fahren ermöglicht ausreichende Sicherheitsabstände bei moderater Gruppenlänge.
Bei engeren oder kurvigen Straßen Sicherheitslinie (1er-Reihe) selbständig wählen.
Anschließend wieder zur 2er-Reihe aufschließen!

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Bei Autobahnauffahrten

ist mit Fahrzeugen zu rechnen, die auf die Autobahn wollen. Nähert sich die Gruppe also einer Auffahrt, so wird darauf geachtet, dass keine Lücke zum Vordermann entsteht.

So wird vermieden, dass andere Fahrzeuge in den Gruppenverbund fahren. Eine Ausnahme entsteht nur, wenn eure persönliche Sicherheit und die der Gruppe gefährdet ist.

Sollte dies vorkommen, Gas wegnehmen, behutsam die Bremse betätigen (Lichtzeichen), evtl. mit Handzeichen nach hinten, um Auffahrunfälle innerhalb der Gruppe zu vermeiden!

Das Fahrzeug wird die Gruppe binnen kurzer Zeit wieder verlassen.

Ein Überholen wird nicht nötig sein.


Zeichensprache für Biker

Motor starten
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Blinker aus
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Aufschließen
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Langsamer
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Bremsen
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Gefahr von Links
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Gefahr von Rechts
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Verkehrssünden:

Überquert keine Kreuzungen oder Straßen bei Rotlicht, nur um den Anschluss zu behalten.
Bei Rot muss angehalten werden!

Die "Grünphasengruppe" fährt weiter, bis alle dieser Gruppe gefahrlos rechts heranfahren und warten können.
Der letzte der "Grünphasengruppe" wartet hinter der Kreuzung auf den Rest der Gruppe (Rückspiegel!).
Ernennt Euch nicht selbst zum "Roadblocker", nur um die Gruppe zusammen zu halten. D.h. Greift nicht in den übrigen Fahrzeugverkehr ein und nötigt
andere Verkehrsteilnehmer nicht zu etwas oder gefährdet diese gar. Unsere Staatsanwälte und Verkehrsrichter finden
das gar nicht lustig.
Und der Schritt von einer Ordnungswidrigkeit hin zu einer Verkehrsstraftat ist unter Umständen sehr klein.

Hinweis hierzu: Manche Chapterkollegen berichten über dieses "Blocken" in ihren Konvoi-Regeln.
In Deutschland ist dies aber ausdrücklich verboten. Wir bewegen uns in der Gruppe ständig in einer rechtlichen Grauzone (Nebeneinanderfahren, Rechtsfahrgebot, usw.), welche sich bei Eintritt eines Schadenfalls jedoch schlagartig aufhellt.
Bei einem Unfall oder in einer rechtlich relevanten Gefahrensituation haben wir schnell mal ganz schlechte Karten.

Immer daran denken
Zum vereinbarten Treffpunkt für die gemeinsame Abfahrt erscheinen alle Teilnehmer mit vollgetankten Maschinen.
Bei weiteren Tankstopps tanken alle Teilnehmer auf. Ganz automatisch fährt man hinten in der Gruppe schneller als vorne.
Schon bei 20 Bike's kann das gute 20 km/h ausmachen. Also wird vorne innerorts nicht mehr als 40 gefahren ->
hinten gibt’s schnell 50.

Ausserorts fährt man vorne nicht mehr als 60 bis 70 -> hinten muss man sich dann schon sputen.
Das kommt teilweise vom Zieharmonika-Effekt. Man kann diesen Effekt etwas mindern, wenn alle dieselben Abstände einhalten und konzentriert fahren.

Auf längeren Strecken jedoch und auf Strecken mit viel Anfahren, Anhalten und Abbiegen kommt es unweigerlich zu diesem Phänomen.
Gruppen-Fahren kann durchaus ein Erlebnis sein. Wenn sich jeder an die Regeln hält, macht es bestimmt Spass.

Also, hier nochmal die Essenz: Versetzt fahren, Position in der Gruppe beibehalten, nicht überholen, langsame Fahrzeuge fahren am Anfang der Gruppe.

Wenn euch also Leib und Leben, Geldbeutel und Harley und nicht zuletzt euer Führerschein lieb und teuer ist,
dann werft hin und wieder mal einen Blick auf die Regeln, druckt sie aus, legt sie unters Kopfkissen, lernt sie auswendig, klebt sie Euch von innen auf die Windschutzscheibe oder sonst was, aber haltet Euch bitte daran!

Schlußwort

Diese Regeln sind nicht der Weisheit letzter Schluss, jedoch haben wir in der Vergangenheit gute Erfahrung mit ihnen gemacht.
Bei Fragen oder Anregungen wendet Euch vertrauensvoll an unsere Road Captain's oder Safety Officer.